Freitag, 9. Dezember 2011

Erstes Fazit

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ziehe ich ein erstes Fazit zu meinem ersten Blog:

Eigentlich habe ich damit nur angefangen, weil ich im Moment Zeit habe und es mal versuchen wollte.

Und dann war da noch so eine Mischung aus Neugier und Bedenken, was für ein Feedback ich bekommen würde: Interessiert das wirklich jemanden, was ich aus meiner 1,30m-Perspektive zu erzählen habe?

Ich habe Folgendes entdeckt:

1. Schreiben macht Spaß! Und bringt die Gedanken auf den Punkt.

2. Obwohl ich hier erst einen schriftlichen Kommentar gefunden habe, habe ich schon einige Rückmeldungen via Twitter, Facebook, Google+ oder auch mündlich erhalten:

"Willensstark", "zum Schmunzeln gebracht", "Chance, über den Tellerrand zu schauen", "mutig", "Frauenpower", "Piratenpolitik", "Prenzlberger Lokalkolorit", "ich lache trotzdem mal", "Mach weiter so!"...


Für all das bedanke ich mich!

Und es trifft ziemlich genau, wie ich lebe und wofür: stark, mutig, kämpferisch, aber nie bitterernst. Und ich glaube wirklich an den Wert von Integration - nicht (nur) im Sinne von "Das steht mir zu", sondern als gegenseitigen Prozess, als gegenseitigen Gewinn. Integration setzt Kreativität frei.

Eine kleine Geschichte von meiner Arbeit an einer Integrationsschule soll das belegen:

Es gab in einer 7. Klasse ein Mädchen, dass mit einer Gehbehinderung lebte, aber dennoch am Sportunterricht teilnahm. Sie war ziemlich beliebt und so einigte sich die Klasse eines Tages, dass alle zusammen ihr zuliebe bei einem Sprint in ihrem Tempo laufen, damit auch sie einmal nicht nur unter den Letzten war.

Im anschließenden Unterrichtsblock meldete sich eine andere Schülerin: "Ich bin in Chemie keine Leuchte und meinetwegen hat noch nie jemand freiwillig seine Chemiearbeit verhauen, damit ich besser dastehe. Das ist doch ungerecht?!"

Und dann entspann sich eine Diskussion über Vorteile, Nachteile, Nachteilsausgleiche, Schwächen, Stärken, Talente, Recht und Unrecht - eine Diskussion, die in keiner anderen Schulform so aufgekommen wäre. Für mich eine echte Stern(e)stunde!

Dafür lebe ich und dafür will ich schreiben und (wieder) arbeiten!