Freitag, 7. September 2012

Wir machen den Unterschied (und treiben es manchmal auf die Spitze ;)

Doreen Kröber, Mutter eines autistischen Kindes und Autorin eines lesenswerten Blogs über Schulpolitik in Berlin hat in ihrem letzten Beitrag darüber berichtet, dass Eltern behinderter Kinder im "Beirat für Inklusion" zu wenig in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Die Mitglieder der AG Inklusion im Landeselternausschuss fordern, gemeinsam und gleichberechtigt mit der Senatsverwaltung für Bildung, den Schulen, der Schulverwaltung und den Fraktionen im Abgeordnetenhaus ein neues Konzept zur Inklusiven Schule zu erarbeiten.

Andernfalls würde der Landeselternausschuss sich nicht weiter instrumentalisieren lassen, seine Teilnahme am Beirat für Inklusion beenden und aussteigen.

"Erschreckend fand ich vor allen Dingen, mit welchen Begründungen Eltern nicht behinderter Kinder bzw. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf den Ausstieg ablehnten. Wenn wir es auf die Spitze treiben würden, hätten sie laut UN-Konvention, überhaupt kein Mitsprache-, und Stimmrecht haben dürfen, als nicht betroffene Eltern bei dieser Beschlussfindung.", schreibt Doreen Kröber.

Stirnrunzeln.

1. Gedanke: Es geht in dem Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen doch gerade darum, dass allen Menschen - ganz gleich ob mit oder ohne Behinderung - die gleichen Rechte zugestanden werden. Keine Bevorteilung, kein Ausschluss, nur gleiche Rechte. Also sollen und dürfen sich auch alle beteiligen, auch Eltern nicht behinderter Kinder. Gleichberechtigt.

2. Gedanke: Auf die Spitze treiben, sich instrumentalisieren lassen - wenn man sich einbringen und was verändern will, ist es immer eine Gratwanderung zwischen Kompromissen, Entscheidungen mittragen, Neues einbringen, erklären, Ängste abbauen, Brücken bauen, Umwege finden, fordern, innehalten, die Perspektive wechseln und manchmal eben auch Dinge auf die Spitze zu treiben oder auch mal auszusteigen.

Liebe Doreen, ich wünsche uns allen viel Kraft und dass wir (meistens jedenfalls) die richtigen Mittel finden, um unsere Ideen einzubringen und unsere Wege fortzusetzen.

Und wozu das alles? Becoming as "One" can make a "Difference"! Das habe ich neulich mal auf einer Website als Statement gelesen, ich glaube es ist ein Zitat von J. F. Kennedy: "One person can make a difference and every person should try." Eine Person kann den Unterschied machen und jeder sollte es versuchen.

Wir sind und bleiben hier, wir gehören dazu, wir machen den Unterschied und können ihn aushalten, wir bringen Veränderung, manchmal nur, indem wir einfach da sind.