Sonntag, 5. Mai 2013

Geld. Wir sollten es für die richtigen Dinge verwenden.

Liebe Leserinnen und Leser, 
Mit Journalisten auf Augenhöhe

diese Woche stand ganz im Zeichen des 5. Mai: Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung - hier ein Schnappschuss:

Inklusion ernst meinen und gemeinsam voranbringen - das ist es, was mich antreibt.

In meinem letzten Post "Ist Inklusion gewollt?" ging es um das Einbeziehen der Betroffenen (blödes Wort), also derjenigen, die Teil der Inklusion sind. Ein Teil. Ein Politiker formulierte gestern: "... damit Ihre Inklusion gelingt." Nein, es ist nicht meine. Inklusion ist gegenseitig und meint alle.

Und wenn sie ernst gemeint ist, die Inklusion, dann zeigt sich das in den richtigen Worten und Taten.


Beispiel: Ausgleichsabgabe, also das Geld, das Unternehmen dem Integrationsamt zahlen, wenn sie weniger als 5% schwerbehinderte Arbeitnehmer beschäftigen. In § 77 SGB IX ist auch die Verwendung geregelt:
Die Ausgleichsabgabe darf nur für besondere Leistungen zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben einschließlich begleitender Hilfe im Arbeitsleben (§ 102 Abs. 1 Nr. 3) verwendet werden, soweit Mittel für denselben Zweck nicht von anderer Seite zu leisten sind oder geleistet werden.
Und nun die Taten - wie wird die Beteiligung am Arbeitsleben gefördert? Im Haushaltsplan des Landes Berlin (Seite 203) für 2012/2013 wird es deutlich:


Über vier Millionen der insgesamt 10 Millionen € zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben 2012 wurden in Werkstätten für behinderte Menschen investiert. Also in Strukturen, in denen behinderte Menschen unter sich bleiben.

Inklusion kostet Geld. Ja. 
Und wir haben es.

Wir sollten es für die richtigen Dinge verwenden.

Dit is Berlin! Es soll für alle da sein.
P.S. 10.000.000 € Ausgleichsabgabe, das sind 3.200 Unternehmen nur in Berlin, die weniger als 2% schwerbehinderte Mitarbeiter beschäftigen. Besser investiert wäre das Geld, wenn kompetente Menschen (ich wüsste da jemanden) damit diese 3.200 Unternehmen beraten und dabei unterstützen bzw. fördern würden, barrierefreie Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen.