Montag, 24. März 2014

"Da fahrn nur ungarische Züge." Ist Barrierefreiheit europäisch?

Kürzlich besuchte ich eine Tagung zur Armutsprävention, in der es unter anderem auch darum ging, was dieses gesamtgesellschaftliche Thema mit Barrierefreiheit zu tun hat.

Blindenleitstreifen im Reisezentrum
Auf dem Heimweg noch schnell am Hauptbahnhof vorbei, um Tickets für die Bahnfahrt zu besorgen.

Im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs gibt es (jetzt) einen Blindenleitstreifen, der zu einem höhenverstellbaren Thresen führt. So weit so gut.

Dann folgende Konversation:

"Ich würde gern morgen von Berlin nach Dresden fahren."

"Das könnte Probleme geben."

Ich wollte doch nicht nach Grönland oder zum Amazonas und nicht mal aufs Land...sondern von einer deutschen Großstadt in die nächste?!

"Das können Sie nicht auf direktem Wege."

"Ich verstehe nicht?!"

"Auf der Strecke fahren ungarische und tschechische Züge."

Ich verstand noch immer Bahnhof.

"In denen kann kein Rollstuhlfahrer mitfahren, die Züge sind nicht so konzipiert."

In der Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020 wird "Zugänglichkeit" (ich würde ja Barrierefreiheit sagen) als erster Aktionsbereich genannt.

Wie kann es sein, dass Deutschland Züge aus Tschechien und Ungarn einsetzt, die diesem Maßstab nicht gerecht werden? Wann gibt es einheitliche Vorgaben zur Barrierefreiheit, die europaweit gelten?

Mit diesen europäischen Fragen wünsche ich eine gute Woche!

P.S. Ich bin dann mit 1x Umsteigen über Leipzig nach Dresden gefahren. Erst ne Panne, dann eine superkurze Umsteigephase am Leipziger Hauptbahnhof (Kopfbahnhof!) und dann war da noch ein Spiel von Dynamo Dresden gegen Greuther Fürth. Was für eine Bahnfahrt!