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Es werden Posts vom April, 2014 angezeigt.

Rechenbeispiel - so würde ich Inklusion am Arbeitsmarkt finanzieren

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Heute hat die Berliner Morgenpost die 200 größten Arbeitgeber Berlins und des Umlands veröffentlicht.

Interessant. Die Berliner Werkstätten für Behinderte (wann wird eigentlich der Name mal geändert?) gehören auf Platz 56 zu den größten Arbeitgebern Berlins. Über 1.900 Arbeitsplätze. Für nichtbehinderte Arbeitnehmer. Die Werkstattbeschäftigten zählen ja nicht als Arbeitnehmer. Wenn man dann noch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des EJF, der Lebenshilfe, der Paul-Gerhardt-Diakonie, des Johannesstifts und des Unionhilfswerks (allesamt unter den Top 200 der Berliner Arbeitgeber), die sich mit Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben befassen, dazu zählt, kommt man bestimmt auf einen Fachkräfte-Pool von 5.000 Menschen.

Nur mal so ein Gedankenspiel: wenn man diese 5.000 Fachkräfte ambulant einsetzen würde - als Einzelfallhelfer, Arbeitsassistenten, Jobcoaches, als Mitarbeiter von Integrationsfachdiensten, Mitarbeiter im Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen, Experten für Unterst…

Ich mag keine Inklusionspreise. Von Vitalisierungen und Volkswagen

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In dieser Woche erfuhr ich von einem jungen Mann im Rollstuhl, der bei Audi ein Praktikum angefangen hat. Audi gehört zur Volkswagen Aktiengesellschaft und dieses Unternehmen - Volkswagen - hat im letzten Jahr den Inklusionspreis des Unternehmensforums gewonnen.


"Volkswagen investiert kontinuierlich in Barrierefreiheit. Neubauten werden generell barrierefrei errichtet, darunter auch rund 120 Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Handicaps in einem neu erbauten Logistikzentrum in Wolfsburg. Wo es erforderlich ist, werden Gebäude umgestaltet. So wurden barrierefreie Arbeitsplätze, Betriebsrestaurants und Waschräume geschaffen.", war da zu lesen. Besonders gelobt wurde Volkswagen für eine Arbeitsgruppe Inklusion, die Inklusionsaktivitäten im Unternehmen koordiniert und weiterentwickelt.

Soviel zum Glanzpapier des Unternehmensforums.

In dem Artikel über das Praktikum des jungen Mannes im Audi-Zentrum Osnabrück (übrigens ein ganz neues Gebäude) liest sich das anders: Die Firma sei &qu…

Aufgepasst! - Bei Inklusionskampagnen und Koalitionsverträgen

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

In der vergangenen Woche ist die Aktion Mensch 50 geworden.

Vor allem Menschen mit Behinderung gratulierten nicht nur, sondern erinnerten sich an den langen Weg vom Sorgenkind zum Menschen. In der Chronik erfährt man dann auch, dass es mehrere Jahrzehnte brauchte, bis aus den Sorgenkindern Menschen wurden.

Und da ich ja gern auch mal hinter die Kulissen schaue, um zu sehen, ob da, wo Inklusion draufsteht, auch Inklusion drin ist, habe ich mir mal die Gremien der Aktion Mensch angeschaut: Kuratorium, Mitgliederversammlung, Aufsichtsrat. Mehrheitlich männlich. Und mehrheitlich ohne Behinderung.

Und bei den Mitarbeitern? Rollingplanet hat recherchiert, dass bei Aktion Mensch 14% der Mitarbeitenden schwerbehindert sind. Ob diese Zahl real ist, weiß ich nicht. Mir ist aber bei den Interviews zur Kampagne 2012 aufgefallen, dass der junge Mann, der für inklusive Wohngemeinschaften wirbt, noch bei den Eltern wohnt oder dass der junge Mann im Rollstuh…

Von Selbstverständlichkeiten und Aprilscherzen

Erste Aprilwoche. Und damit auch des Aprilscherzes.

Kobinet, ein von mir oft gelesenes Online-Nachrichtenportal, veröffentlichte am 1. April 2 Meldungen: Eine Werkstatträtin (ein Werkstattrat ist ein Mitbestimmungsgremium der behinderten Beschäftigten in einer Werkstatt für behinderte Menschen WfbM) wird Leiterin einer WfbM, war die erste.

Ein Mann mit Lernschwierigkeiten wird hauptamtlicher Landesbehindertenbeauftragter Hessens, war die zweite.

Ich hätte mir beides vorstellen können, aber es waren beides  Aprilscherze. Sich etwas vorstellen können - andere Rollen, andere Stärken, verborgene Chancen und Möglichkeiten - damit hat Inklusion viel zu tun. Dass diese Aprilscherze bald keine mehr sein werden und sich immer mehr Menschen solche Chancen für behinderte Menschen vorstellen können, dafür schreibe ich auch dieses Blog.

Inklusion, Eingeschlossensein - das hat auch immer was mit Präsenz und Einbeziehung von Anfang an zu tun. Und dazu gab es in dieser Woche wieder ein Negativ-Beispi…