Posts

Es werden Posts vom 2014 angezeigt.

Das war´s - oder doch noch nicht? Mein 3-Jahres-Plan...

Bild
2014 geht dem Ende entgegen und auch ich überlege: War es ein gutes Jahr?

Ja, weil es mit einem neuen Arbeitsplatz startete. Und gleichzeitig nein, weil mein jetziger Arbeitsplatz, mein jetziges Projekt in einem halben Jahr zu Ende sein wird.

In den Zwanzigern und in den ersten Dreißigern finden die meisten Menschen es spannend, oft neue Projekte zu beginnen. Doch irgendwann will man ankommen und sich was aufbauen und Zukunft planen.

Aber viele Branchen wie Bildung, Forschung, Lehre, Pflege, Kunst, Kultur, Soziale Arbeit (Liste ist erweiterbar) beschäftigen Menschen über Jahre und manchmal auch über Jahrzehnte in befristeten (Teilzeit)Arbeitsverträgen.

Ein solcher Arbeitsmarkt ist schwer auszuhalten. Für alle. Aber besonders schwer, wenn zusätzliche Vermittlungshemmnisse, wie eine Behinderung oder chronische Erkrankung, die Fortführung der befristeten Arbeitsverhältnisse erschweren.

Und wenn behinderte Menschen sich auf  dem Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz sichern können, dann habe i…

Bevor es zu spät ist.

Eigentlich wollte ich heute einen Beitrag zu den Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn für Menschen mit Behinderungen schreiben, aber das verschiebe ich jetzt doch auf meinen nächsten Post.

Am Freitag hat sich der ehemalige Intendant des MDR, Dr. Udo Reiter, das Leben genommen. Dr. Udo Reiter saß seit seinem 23. Lebensjahr nach den Folgen eines Unfalls im Rollstuhl. (Nebenbei bemerkt, liebe Welt und lieber Focus, er war zu keinem Zeitpunkt an seinen Rollstuhl gefesselt...)

Erinnern Sie sich noch an die Brandkatastrophe in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Baden-Württemberg 2012?

Als Reaktion darauf gab es vermehrte Forderungen nach Brandschutz in solchen Einrichtungen. Ich hatte damals andere Schlussfolgerungen gezogen:
"Bei aller Trauer und allem Gedenken an die Opfer und deren Angehörige ist mir ein Gedanke wichtig: Natürlich ist es nahezu unmöglich, 120 Menschen mit Behinderung gleichzeitig zu retten. Für uns sollte die Katastrophe Anlass sein, für mehr Inklusion im Erwe…

Denk-mal barrierefrei - von Anfang an!

Bild
So, nun hab ich schon lange nichts mehr gebloggt.

Heute fange ich mal wieder an - auch deshalb, weil meine Bloggerkollegin Angelika Mincke aus Schleswig-Holstein, die ich am 5. Mai persönlich kennengelernt habe, meinen Blog weiterempfohlen hat.

Manchmal höre ich im Zusammenhang mit Barrierefreiheit Sätze wie: "Barrierefreiheit ist mehr als nur ein Lift oder eine Rampe." Und manchmal denke ich: "Wenn es doch wenigstens mit dieser Art von Barrierefreiheit funktionieren würde...".

Heute, am Tag der Deutschen Einheit, habe ich einen Entwurf gesehen zu einem geplanten Denkmal zur Deutschen Einheit:

Mal abgesehen davon, dass es ein bisschen an eine Landebahn erinnert (und ich hier nichts über Flughäfen schreiben werde ;) - ich sehe Treppen und Stufen und davon viele.

War an der Planung eines gesamtdeutschen Denkmals auch ein Architekt oder Stadtplaner mit Behinderung beteiligt? Wahrscheinlich nicht. Und da genau liegt der Fehler: wenn Barrierefreiheit nicht von Anfang a…

Symbole und Worte

Bild
Heute hat mir eine Bekannte einen Link zu einem Blogtext in "Stufenlos" geschickt. "Stufenlos" ist ein Blog in der "Zeit", in dem Christiane Link zu Barrierefreiheit und Inklusion bloggt. Lesenswert!

In dem Blogtext geht es darum, dass der Staat New York ein neues Piktogramm für Menschen im Rollstuhl herausgegeben hat:

Ein dynamischeres, aktiveres Symbol für Menschen mit Behinderung. Gut so.

Klar, ein Piktogramm ist nur ein Bild, aber sie prägen unser Denken über Menschen mit Behinderung. Und weil ich grad im Internet unterwegs war, warf ich mal einen Blick nach Schweden. Nach Schweden deshalb, weil es z. B. schon seit 20 Jahren ein einkommensunabhängiges Assistenzgesetz hat, das auch Menschen mit hohem Assistenzbedarf ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen 4 Wänden zusichert.

In Schweden sieht die Website, auf der es um die Politik und Rechte behinderter Menschen geht, so aus:


Ein aktiver, kajakfahrender Rollstuhlfahrer und es geht um Kraft, Einfluss,…

Neues Kapitel

Bild
Ein Kapitel geht zu Ende.
Ich werde keine schmutzige Wäsche waschen und auch keine Diskussionen führen.
Vor allem will ich danken – allen, die mich auf dem politischen Parkett unterstützt und gefördert haben und natürlich für die Chance einer Bundestagskandidatur! Wer weiß, wann ich noch mal die Chance haben werde, mit Eva Högl, Renate Kynast und Gregor Gysi über die Teilhabe (ich würde es eher Partizipation nennen) behinderter Menschen zu diskutieren. Dabei war die Zusammenarbeit mit den vier der ersten fünf der Berliner Landesliste immer konstruktiv und unterstützend – danke euch!
Und ich danke allen Piratinnen und Piraten, mit denen ich konstruktiv, streitbar, praktisch, inklusiv und unterstützend zusammen arbeiten durfte: in Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern (ich hoffe, ich habe jetzt niemanden vergessen…). Ich freue mich außerdem, die erste Inklusionsbeauftragte der Piratenpartei Deutschlan…

Wie wird man/frau/mensch (Landes)behindertenbeauftragte/r?

Ich beginne mit einer Begegnung vom 05. Mai 2014, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen.

Dort traf ich eine gute Bekannte, auch Rollstuhlfahrerin, aus Potsdam in Begleitung eines jungen Mannes, der ihr was reichte und sich dann abmeldete. Bestimmt ein Assistent, dachte ich, aber weit gefehlt...

Der junge Mann ist 29 Jahre, nicht behindert und zum ersten Mal in Potsdam und jetzt Behindertenbeauftragter der Stadt Potsdam. Hier schließen sich meine ersten Fragen an:

Wie werden solche Stellenausschreibungen gestreut, dass sie wirklich auch von qualifizierten, behinderten Menschen wahrgenommen werden? Obwohl ich wirklich einige Mailinglisten lese, hat mich diese Stellenausschreibung nicht erreicht.Und: Sind diese Stellenausschreibungen auch screenreadertauglich, sodass sie auch blinde Menschen lesen können? Nach Berlin: hier endet am 20. Februar 2015 die Amtszeit des derzeitigen Landesbehindertenbeauftragten.
Entsprechend des Landesgleichberechtigungsgesetzes B…

Inklusion - nur im Original!

Bild
Neulich unterhielt ich mich mit meinem Kollegen über das, was Menschen am Ende ihres Lebens wahrscheinlich am meisten bereuen.

"Zuviel gearbeitet zu haben", meinte er.
Und kurz darauf: "Du wirst das nicht sagen."
"?!"
"Für dich ist das hier keine Arbeit, stimmt´s? Du würdest das hier sowieso machen."
Ich war verblüfft, weil... er das absolut richtig eingeschätzt hat.
Ja, meine Arbeit ist für mich keine Arbeit, kein Job. Ich bin tatsächlich im Moment in der besonderen Lage, dass mein Arbeitsfeld - Inklusion im Stadtteil - mich auch als privater und politischer Mensch beschäftigt und eine Herzensangelegenheit ist. (Ich weiß übrigens auch, wem ich diese Arbeit zu verdanken habe.) :-)

Und ich werd mein Bestes tun, dass es nach diesem Arbeitsvertrag in die Verlängerung geht...

Schließlich hat mich in den vergangenen Wochen meine ehemalige Hochschule gefragt, ob ich im Wintersemester 2014/2015 einen Lehrauftrag annehmen könnte.

Schon witzig, an meine …

"Ein Fahrstuhl sorgt für Gentrifizierung." Barrierefreiheit im Aktiven Zentrum Turmstraße

Bild
Mein heutiger Post beginnt mit den Absätzen 4) und 5) des § 51 der Bauordnung Berlin:

 (4) Sollen rechtmäßig bestehende bauliche Anlagen nach Absatz 2 in ihrer Nutzung oder wesentlich baulich geändert werden, gelten die in Absatz 2 genannten Anforderungen entsprechend; bei einer wesentlichen baulichen Änderung bleiben im Übrigen die in § 85 Abs. 3 aufgestellten Voraussetzungen unberührt.

  (5) Von den Absätzen 1 bis 4 dürfen Abweichungen gemäß § 68 Abs. 1 nur zugelassen werden, soweit die Anforderungen 1.wegen schwieriger Geländeverhältnisse,2.wegen des Einbaus eines sonst nicht erforderlichen Aufzugs oder3. wegen ungünstiger vorhandener Bebauung nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können.
Das sind also die Gründe, aus denen von der oft zitierten "selbstverständlichen Barrierefreiheit" abgewichen werden kann:
wenn die bauliche Veränderung nicht wesentlich istbei schwierigen Geländeverhältnissenfalls der Aufzug sonst nicht erforderlich wäre (?!)bei ungün…

Danke. Für gar kein "Rentengeschenk".

Heute hat der Bundesrat die Rentenreform, die oft als "Rentengeschenk"bezeichnet wird, verabschiedet.

Der Artikel in der Presse ist hier.

Doch es ist nicht für alle ein Geschenk.

Unter der Überschrift "Das ändert sich für Schwerbehinderte" findet man das:

"Für Schwerbehinderte wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Mit finanziellen Abschlägen ist aber auch der Renteneintritt mit 62 möglich."

Liebe Rentenpolitiker und -politikerinnen, in vielen Fällen führt eine Schwerbehinderung eben auch dazu, dass man aus gesundheitlichen Gründen eben nicht so lange arbeiten kann wie viele andere. Eine Anhebung des Rentenalters für Schwerbehinderte auf 65 Jahre ist - meiner Meinung nach - realitätsfern und ein Schritt in die falsche Richtung.

Und das findet man unter der Überschrift "Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten":

"Wer aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kann, muss sich auf maximal 10,8 Pro…

Übers Wiedersehen und Heimkommen

Liebe Leserinnen und Leser,

im Moment gäbe es eine ganze Menge zu berichten, weil es beruflich und ehrenamtlich ganz gut läuft:


Ich sitze zum Beispiel in der Beratung aller Ausschüsse der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg zur Zukunft der Behindertenpolitik im Bezirk und dann spricht mich ein junger Mann an: "Meine Mutter ist die Sabine Weigelt. Ich soll Sie schön grüßen!" Ich hatte mich während der Debatte um dieses Papier zu Wort gemeldet zu einigen der vielen Ungereimtheiten, die entstehen, wenn Statistiker und Praktikanten Daten über die "Behindertenpolitik" des Bezirks erheben:Nur ein Beispiel: Zur Erhebung der Daten wurde ein langer und komplizierter schriftlicher Fragebogen entwickelt, mehr nicht. D. h. ich schließe Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen, deren Muttersprache die Deutsche Gebärdensprache oder auch eine andere Sprache ist und auch blinde Menschen aus. Der Fragebogen wurde nach anfänglicher Kritik etwas vereinfacht, mehr …

Von WM-Eröffnungen, die falsche Signale setzen

Bild
Dazu muss ich mich jetzt doch mal äußern:

Die Fußball-WM, die im Juni beginnt, soll ein gelähmter Jugendlicher eröffnen, der mittels Technik nun laufen kann und so den ersten Ball des Turniers anstoßen wird, berichtete gestern der Spiegel.

Mich ärgert 1. diese Vereinfachung in der Berichterstattung: behindert = gelähmt. Es gibt auch andere Behinderungen, die eine Rollstuhlnutzung erforderlich machen.

Mich ärgert es auch, weil keine Lähmung wie die andere ist - angeboren, durch Unfall erworben, schon länger zurückliegend, frisch verunfallt, durch Tumore, durch Druck, komplett, inkomplett, es macht einen Unterschied, welche Organe wie lange davon schon betroffen sind, ob die Lähmung spastisch, schlaff usw. ist.

D.h. wenn es dieses Forschungsprojekt (derlei Projekte gibt es seit mindestens 35 Jahren) zu einem Ergebnis bringen sollte, dann müsste detailliert beschrieben werden, für genau welche Form von Rückenmarksverletzung diese Erfindung passen könnte. Dafür ist ein Fußballstadion die fals…

Rechenbeispiel - so würde ich Inklusion am Arbeitsmarkt finanzieren

Bild
Heute hat die Berliner Morgenpost die 200 größten Arbeitgeber Berlins und des Umlands veröffentlicht.

Interessant. Die Berliner Werkstätten für Behinderte (wann wird eigentlich der Name mal geändert?) gehören auf Platz 56 zu den größten Arbeitgebern Berlins. Über 1.900 Arbeitsplätze. Für nichtbehinderte Arbeitnehmer. Die Werkstattbeschäftigten zählen ja nicht als Arbeitnehmer. Wenn man dann noch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des EJF, der Lebenshilfe, der Paul-Gerhardt-Diakonie, des Johannesstifts und des Unionhilfswerks (allesamt unter den Top 200 der Berliner Arbeitgeber), die sich mit Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben befassen, dazu zählt, kommt man bestimmt auf einen Fachkräfte-Pool von 5.000 Menschen.

Nur mal so ein Gedankenspiel: wenn man diese 5.000 Fachkräfte ambulant einsetzen würde - als Einzelfallhelfer, Arbeitsassistenten, Jobcoaches, als Mitarbeiter von Integrationsfachdiensten, Mitarbeiter im Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen, Experten für Unterst…

Ich mag keine Inklusionspreise. Von Vitalisierungen und Volkswagen

Bild
In dieser Woche erfuhr ich von einem jungen Mann im Rollstuhl, der bei Audi ein Praktikum angefangen hat. Audi gehört zur Volkswagen Aktiengesellschaft und dieses Unternehmen - Volkswagen - hat im letzten Jahr den Inklusionspreis des Unternehmensforums gewonnen.


"Volkswagen investiert kontinuierlich in Barrierefreiheit. Neubauten werden generell barrierefrei errichtet, darunter auch rund 120 Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Handicaps in einem neu erbauten Logistikzentrum in Wolfsburg. Wo es erforderlich ist, werden Gebäude umgestaltet. So wurden barrierefreie Arbeitsplätze, Betriebsrestaurants und Waschräume geschaffen.", war da zu lesen. Besonders gelobt wurde Volkswagen für eine Arbeitsgruppe Inklusion, die Inklusionsaktivitäten im Unternehmen koordiniert und weiterentwickelt.

Soviel zum Glanzpapier des Unternehmensforums.

In dem Artikel über das Praktikum des jungen Mannes im Audi-Zentrum Osnabrück (übrigens ein ganz neues Gebäude) liest sich das anders: Die Firma sei &qu…

Aufgepasst! - Bei Inklusionskampagnen und Koalitionsverträgen

Bild
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

In der vergangenen Woche ist die Aktion Mensch 50 geworden.

Vor allem Menschen mit Behinderung gratulierten nicht nur, sondern erinnerten sich an den langen Weg vom Sorgenkind zum Menschen. In der Chronik erfährt man dann auch, dass es mehrere Jahrzehnte brauchte, bis aus den Sorgenkindern Menschen wurden.

Und da ich ja gern auch mal hinter die Kulissen schaue, um zu sehen, ob da, wo Inklusion draufsteht, auch Inklusion drin ist, habe ich mir mal die Gremien der Aktion Mensch angeschaut: Kuratorium, Mitgliederversammlung, Aufsichtsrat. Mehrheitlich männlich. Und mehrheitlich ohne Behinderung.

Und bei den Mitarbeitern? Rollingplanet hat recherchiert, dass bei Aktion Mensch 14% der Mitarbeitenden schwerbehindert sind. Ob diese Zahl real ist, weiß ich nicht. Mir ist aber bei den Interviews zur Kampagne 2012 aufgefallen, dass der junge Mann, der für inklusive Wohngemeinschaften wirbt, noch bei den Eltern wohnt oder dass der junge Mann im Rollstuh…

Von Selbstverständlichkeiten und Aprilscherzen

Erste Aprilwoche. Und damit auch des Aprilscherzes.

Kobinet, ein von mir oft gelesenes Online-Nachrichtenportal, veröffentlichte am 1. April 2 Meldungen: Eine Werkstatträtin (ein Werkstattrat ist ein Mitbestimmungsgremium der behinderten Beschäftigten in einer Werkstatt für behinderte Menschen WfbM) wird Leiterin einer WfbM, war die erste.

Ein Mann mit Lernschwierigkeiten wird hauptamtlicher Landesbehindertenbeauftragter Hessens, war die zweite.

Ich hätte mir beides vorstellen können, aber es waren beides  Aprilscherze. Sich etwas vorstellen können - andere Rollen, andere Stärken, verborgene Chancen und Möglichkeiten - damit hat Inklusion viel zu tun. Dass diese Aprilscherze bald keine mehr sein werden und sich immer mehr Menschen solche Chancen für behinderte Menschen vorstellen können, dafür schreibe ich auch dieses Blog.

Inklusion, Eingeschlossensein - das hat auch immer was mit Präsenz und Einbeziehung von Anfang an zu tun. Und dazu gab es in dieser Woche wieder ein Negativ-Beispi…

Kuchen statt Krümel und Menschenrecht statt ein Stück mehr Menschlichkeit

Bild
Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Das Ereignis, an dem in dieser Woche niemand vorbei kam, der in der Inklusionspolitik unterwegs ist, war der 5. Jahrestag des Inkrafttretens des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, wie die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in der deutschen Übersetzung heißt.

Auf der Website des Bundesregierung wird dieses Ereignis auch mit folgenden Worten begangen: "Für alle Bereiche gilt: die Betroffenen sprechen mit."

Wirklich?

Schon bei der Übersetzung der Konvention galt dieser Satz nicht, denn zu der wurden die Verbände und Selbstvertretungen behinderter Menschen kaum einbezogen. Deshalb hat das Netzwerk Artikel 3 - Sie wissen schon, Grundgesetz Artikel 3 - eine Schattenübersetzung vorgelegt, die es bis heute nicht in den offiziellen Text geschafft hat.

Die Veranstaltung zum 5. Jahrestag der UN-BRK war eine geschlossene Veranstaltung. An einem Montag.

Sollte nicht eine Konvention, die Teilhabe als grundle…

"Da fahrn nur ungarische Züge." Ist Barrierefreiheit europäisch?

Bild
Kürzlich besuchte ich eine Tagung zur Armutsprävention, in der es unter anderem auch darum ging, was dieses gesamtgesellschaftliche Thema mit Barrierefreiheit zu tun hat.

Auf dem Heimweg noch schnell am Hauptbahnhof vorbei, um Tickets für die Bahnfahrt zu besorgen.

Im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs gibt es (jetzt) einen Blindenleitstreifen, der zu einem höhenverstellbaren Thresen führt. So weit so gut.

Dann folgende Konversation:

"Ich würde gern morgen von Berlin nach Dresden fahren."

"Das könnte Probleme geben."

Ich wollte doch nicht nach Grönland oder zum Amazonas und nicht mal aufs Land...sondern von einer deutschen Großstadt in die nächste?!

"Das können Sie nicht auf direktem Wege."

"Ich verstehe nicht?!"

"Auf der Strecke fahren ungarische und tschechische Züge."

Ich verstand noch immer Bahnhof.

"In denen kann kein Rollstuhlfahrer mitfahren, die Züge sind nicht so konzipiert."

In der Europäischen Strategie zuguns…

Fit für Inklusion in 1 Tag - kann man in einem Tag Umdenken lernen?

Bild
Vor ein paar Tagen habe ich per Facebook auf eine Nachricht hingewiesen - diese.

Darin geht es darum, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe in Baden-Württemberg für Inklusion geschult werden sollen. So weit, so gut.

Wie Sie, liebe Leserinnen und Leser, sicherlich mitbekommen haben, beschäftigte ich mich seit Januar nun auch beruflich mit Inklusion und zwar mit inklusiver Stadtteilarbeit. Ich lese also täglich von inklusiven Diskos, Trommelworkshops, Selbstverteidigungskursen, Fachtagen zur Inklusion und manchmal sogar von inklusiven Wochen.