Mittwoch, 26. September 2012

Kinder an die Macht!

Gestern habe ich (wieder) in einem Beirat mitgearbeitet, der sich mit Stadtplanung beschäftigt und diesmal ging es um die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an städtebaulichen Projekten, die nach der UN-Kinderrechtskonvention Artikel 12, den §§ 1, 8, 36 und 80 des SGB VIII und nach § 5 des AG (Ausführungsgesetz) KJHG vorgeschrieben ist. Im Bezirksverwaltungsgesetz des Landes Berlin ist sie unter der „Mitwirkung der Einwohnerschaft“ in den §§ 40ff. geregelt.


Berlin-Mitte hat 2 Stellen eingerichtet für die Koordinierung der Beteiligung (eine in öffentlicher und eine in freier Trägerschaft) und 6 sogenannnte Beteiligungsbüros, die mit Schulen, Projekten und Quartiersmanagements zusammenarbeiten. Es existiert ebenso eine Kooperationsvereinbarung zwischen Jugendhilfe und Stadtentwicklung im Bezirk, die eine Bürgerbeteiligung von Kindern und Jugendlichen regelt. Erwähnenswert finde ich noch, dass Berlin-Mitte der einzige Stadtbezirk ist, in dem Kinder und Jugendliche im Jugendhilfeausschuss uneingeschränktes Rede- und Antragsrecht haben.

Somit ist Berlin-Mitte für die Kinder- und Jugendbeteiligung formal gut aufgestellt.

Als konkrete Beispiele für die Weiterentwicklung von Partizipation von Kindern und Jugendlichen wurden folgende Projekte angerissen:

U18 – die Wahl vor der Wahl
Kiez auf Kurs – Strategieentwicklung und Nachhaltigkeit von Beteiligung
Kinderjury Mitte – Kinderideen für Kindereinrichtungen
Jugend bewegt Stadt – Aktionsfond zu Sport und Bewegung im öffentlichen Raum

Wer sich noch weiter mit dem Thema beschäftigen will, sei auf www.mitbestimmen-in-berlin.de hingewiesen, was eine Sammlung von Projekten, Aktionen, Links, Förderprogrammen und Institutionen zu diesem Thema enthält.

Wie bei vielen anderen Dingen steht und fällt auch Kinder- und Jugendbeteiligung mit dem Bewusstsein von Menschen, die mit Kindern zu tun haben oder über Kinder betreffende Belange entscheiden: in Schule, in der BVV, in der Stadt- und Verkehrsplanung, im Jugendamt, in Freizeitstätten.

Als Hinweis habe ich auch mitgenommen, dass es bisher zu wenig Tools gibt, die Kinder und Jugendliche mit ihren Medien (online, in Netzwerken) zur Partizipation nutzen können. Und es gibt zu wenig (Amts-)Texte in kindgerechter, leichter Sprache.

Die würden dann auch vielen anderen zugutekommen…