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Es werden Posts vom Juni, 2012 angezeigt.

"Sie wirken gar nicht so!"

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Manchmal kommt es vor, dass, wenn ich zum Arzt gehe, wir uns im Laufe des Gesprächs mehr über die Probleme des Arztes unterhalten als über meine. Das könnte mehrere Gründe haben:
Wenn ich zum Arzt gehe, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass ich krank bin. Verschreibungen von Heilmitteln, Hilfsmitteln und Arzneimitteln sind Bestandteil meines Alltags. Und sie bedeuten auch nicht Leiden, denn sie steigern meine Lebensqualität.Es könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass ich - selbst wenn ich mal krank sein sollte - meistens nicht krank und leidend wirke. Und reden kann ich irgendwie immer. So ergab sich im Vorbereitungsraum eines Op.-Saals folgender Dialog zwischen mir und dem Krankenpfleger / Assistenzarzt (so genau weiß ich das nicht mehr, weil ich zu dem Zeitpunkt schon etwas ruhiggestellt war):"Schön, Sie mal wieder zu sehen! Nur mal zur Kontrolle, Frau Pohl (dabei schaute der Pfleger auf ein Formular), es soll ein Shuntassistent implantiert werden?" "Ja." &q…

Perfektion ist der Feind der Inklusion und Barrierefreiheit ist kein Flaschengeist - Perfection is the enemy of the inclusion and Accessibility is not genie in a bottle

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Nach meiner gestrigen Absage heute mal ein paar Gedanken zur Perfektion:

Perfektion ist nicht nur der Feind des Guten, sondern auch der Inklusion. Für mich ist der Kern der Inklusion das Aufeinanderzugehen, das Miteinander, das gemeinsame Finden individueller Lösungen.
Gerade lese ich, dass die nächste Sendung von "Selbstbestimmt" den Titel "Das Unmögliche denken" tragen wird. Klar, ist es toll, wenn Rollstuhlfahrer Segelfliegen können oder Amputierte modeln, aber haben wir auch den Blick für das Einbezogensein, das Inklusive in den alltäglichen Dingen? Der Bäcker, der eine Rampe ohne Stufe anbaut, der Friseur, der eine Sitzerhöhung bereit hält, die Verpackungen von Medikamenten, die mit Braille-Schrift versehen sind, oder der Gebärdensprachkurs, der in der Volkshochschule angeboten wird. Meine Befürchtung ist, dass Inklusion eine Vision bleibt, weil wir damit verbinden, dass immer für alle und jeden und alles perfekt sein muss. Ist Inklusion wirklich erst dann err…

Schubladen und Skifahren - Drawers and Skiing

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Heute wieder ein neuer Zwischenstand zu meiner Jobsuche:

Als ich vor kurzem eine Informationsveranstaltung für die pädagogische Arbeit in Betreuten Wohngruppen besuchen wollte, erkundigte ich mich beim Träger vorher, ob überhaupt eine der Wohngruppen rollstuhlzugänglich ist - nein, keine.

Obwohl ich nun jeden Tag mit der Herausforderung einer nicht barrierefreien Umwelt lebe, bin ich doch manchmal über das Schubladendenken überrascht, das hinter dem Barrierenbauen steckt: Jugendliche mit Körperbehinderungen können nicht gleichzeitig sozial auffällig sein, denn dafür haben wir keine Wohngruppen.

Ein anderes Beispiel für Schubladendenken: Eine Frau im Rollstuhl ist nicht von Gewalt betroffen. Was glauben Sie, liebe Leserinnen und Leser, wie viele Plätze in Frauenhäusern in Berlin rollstuhlgeeignet sind?

Einer.

Der gleiche Träger, über den ich eben berichtete, hatte nun eine Stelle für eine Ganztagsbetreuung in einer Schule ausgeschrieben, in der Vielfalt Programm ist: Gemeinschaftsschule, …

Gesucht: Brückenbauer und Wegegeher

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Hier ein kurzer Zwischenstand zu meiner derzeitigen Jobsuche.

1. Es lohnt sich, Einladungen von Nachbarn anzunehmen. Ein hilfsbereiter Nachbar, den ich auf einer Geburtstagsparty getroffen habe, hat von meiner Jobsuche erfahren und mir noch am gleichen Tag eine Adresse einer Personaldienstleistungsfirma gegeben. Heute bekam ich eine E-Mail von einer Mitarbeiterin der Personaldienstleitungsfirma, dass in ihrem Stellenpool keine Stellen in meiner Branche zu vergeben wären, sie aber meine Bewerbung gern an ihren Mann weiterleiten würde, der Projektleiter bei einem Berliner Bildungsträger ist.

2. Es lohnt, persönlich vorbei zu schauen. Aus dem Personalbüro eines großen Trägers verschiedener sozialer Dienstleistungen erhielt ich die Rückmeldung, dass sich ein Link in meiner Bewerbungsmail nicht öffnen ließe. Zuhause funktionierte alles. Also fuhr ich persönlich hin und klärte das Missverständnis. Das hatte nicht nur zur Folge, dass der Link zu meinen Unterlagen führte, sondern auch, dass d…

Aus dem Leben einer Sozialarbeiterin: Polizei, Tattooverbrennungen und MRT

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Mir fehlt meine Arbeit mit den Auszubildenden, und gerade die mit denen, die schon in frühen  Lebensjahren auf die schiefe Bahn geraten sind.

Ein Auszubildender - nennen wir ihn mal Kevin (Vorsicht, Vorurteil ;), war in der Berufsschule ausgerastet und hatte eine Tür eingetreten.

Anzeige, Polizei, Coachings und dann die Vernehmung: er bat mich, ihn zu begleiten. Und dann geschah  folgendes: das Zimmer, in dem die Vernehmung stattfinden sollte, war nur über Stufen zu erreichen. Also ging Kevin los und suchte sich einen Polizeibeamten, der beim Tragen helfen sollte.

Denn durch den fast täglichen Umgang mit mir war er es gewöhnt, mit anzupacken und zu helfen, wenn eine Barriere im Weg war. Das war die andere Seite von Kevin - hilfsbereit, zupackend.

Der Polizeibeamte wusste nicht, wie ihm geschah und so trugen mich die beiden im Rollstuhl ein paar Stufen nach oben.



Dem Beamten war die bauliche Barriere sichtlich peinlich und um die Situation zu entkrampfen, sagte ich: "Wahrscheinlic…

In eigener Sache

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Liebe Leserinnen und Leser,

wie Sie schon mitbekommen haben, schlägt mein Herz für Inklusion:


I wie interessiert an Lebenswelten N wie neugierig auf Menschen K wie kompetent L wie lebensklug U wie unabhängig S wie selbstständig I wie intelligent O wie originell N wie nah am Menschen

Deshalb geht heute mal ein Aufruf in eigener Sache an die Netzwelt:

Ich werde ab dem 01. Juli 2012 wieder auf der Suche sein nach
einer interessanten Tätigkeit im sozialen, sozialrechtlichen, sozialpolitischen und / oder pädagogischen Bereich:  mit Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, mit Kindern, Jugendlichen, Auszubildenden, Bürgerinnen und Bürgern, Hochbegabten oder Hochbetagtenin Kita, Schule, Berufsschule, Krankenhaus, Seniorenheim, Nachbarschaftszentrum, Beratungsstelle, Amt oder Rathaus Wenn Sie, liebe Arbeitgeber, Projektverantwortliche, Quartiers- und Fallmanager, Bildungsträger oder Politiker und Politikerinnen,
eine engagierte  Mitarbeiterin mit Er-Kenntnissen und Erfahrung, mit der Lust am Gestalt…

Wasser ist Leben - und Wasserwerke ...

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... (und andere) machen mir im Moment das Leben schwer.

Doch von Anfang an:

Seit Wochen wird in meiner Straße gebaut: neue Wasserleitungen, neue Pflaster für den Bürgersteig. Im Zuge der Sanierung musste ich umparken und mein Parkplatzschild musste vorübergehend umgesetzt werden, damit die Handwerker Zugang zum Wasserhahn hatten, darüber hatte schon berichtet.

Jetzt scheinen die Bauarbeiten abgeschlossen zu sein und mein Parkplatzschild steht immer noch auf diesem Provisorium:




Ein Anruf bei den Wasserwerken ergab, dass sie für das Provisorium nicht verantwortlich wären. Die Straßenverkehrsbehörde, die für das Genehmigen und Aufstellen solcher Schilder zuständig ist, verweist mich an den Verursacher, der den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen hätte. Den kenne ich aber nicht... Fortsetzung folgt.
Und noch eine Anekdote zum Thema Parkplatz: Diese Sonderparkgenehmigung (und auch andere Nachteilsausgleiche) beruhen auf dem Vorhandensein bestimmter Merkzeichen im (befristeteten) Sc…

Wie im richtigen Leben... Like in Real Life

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In 1997, Mattel produced a wheelchair-using Barbie doll called Becky. The original could not fit through the Barbie Dream House front door, and her hair was so long it got caught in the wheelchairs wheels. Mattel adjusted Becky, making her wheelchair smaller and her hair shorter. The new and improved Barbie was in high demand and flew off the shelves in less than two weeks.Despite the reworked Becky Barbie doll, she could not fit into the Dream House’s elevator….how ironic…housing for people with disabilities that is not accessible.Mattell stated in the future they intended on making changes to the Barbie house designs, but instead they later rejected the doll and discontinued Becky along with wheelchair-racing Paralympic Becky.

Und wo ist eigentlich (ein) Ken? ;)

Verstand und verstehen wollen

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Kürzlich habe ich im Blog von Marco Zehe einen Beitrag über unterschiedliche Meinungen innerhalb von Minderheiten und den Umgang damit gelesen.

Ich kenne das auch und es macht mich jedes Mal wieder wütend, traurig und sprachlos, wenn Menschen einzig für sich in Anspruch nehmen, die einzig richtige Definition von Barrierefreiheit oder Diskriminierung zu vertreten und Menschen, die eine abweichende Meinung vertreten, in die Ecke stellen und herabsetzen.

Verständnis kommt nicht von Verstand, sondern von verstehen wollen. 
Ein Beispiel: Martin Zierold (der erste gehörlose Abgeordnete Deutschlands): für ihn hat das Wort gehörlos eine zu defizitäre Bedeutung und er verwendet lieber das Attribut "taub". Für mich als Gelähmte wiederum ist taub kein positives Wort, weil für mich taub bedeutet - gefühllos, kein Schmerz, kein Wohlgefühl, keine Wärme, kein Kälteempfinden (wie zwei meiner 4 Gliedmaßen). Wir beide kennen unsere unterschiedlichen Ansichten, können das tolerieren und respekt…