Montag, 28. November 2011

Demo auf meinem Parkplatz

Manchmal kommt es vor, dass politische Gruppierungen Menschen mit Behinderungen vor ihren Karren spannen wollen, um ihre eigenen Interessen zu untermauern. - Und meistens geht das schief.

Hier meine Geschichte zu einer Initiative zu alternativen Fortbewegungsmitteln:

Die Grünen wollten an einem Freitagnachmittag auf meinem Parkplatz eine Demo machen... ‎
... so stand es in einem Flyer, der an einem Donnerstag in meinem Briefkasten war. Eine Demonstration für alternative Fortbewegungsmittel: Fahrräder, Elektrofahrzeuge, Kinderwagen und Rollstühle - alle wären zu der Demo und einem Fest eingeladen, bei dem eben auch der Platz vor der Haustür gebraucht würde.

Also rief ich bei den Organisatoren an: "Kennen Sie die StVO nicht - der Platz ist immer frei zu halten."

Antwort: "Könnten Sie vielleicht früher nach Hause kommen, damit wir dann Platz für den Aufbau haben?"

Ich fragte ihn: "Was soll ich meinen Kollegen sagen: ich muss heute früher gehen, weil eine Demo auf meinem Parkplatz stattfindet - die halten mich für verrückt?!"

So langsam kam ich in Fahrt: "Und was soll das mit den alternativen Verkehrsmitteln? Glauben Sie wirklich, irgendein Säugling könnte sein Fortbewegungsmittel wählen?"

"Und glauben Sie wirklich , ich bewege mich im Rollstuhl fort, weil ich alternativ wirken will???"

Stille.
Wir kamen überein, den Parkplatz doch freizuhalten, wenn ich in der Demozeit nicht wieder losfahren würde. Zum Schluss fragte ich noch "Na, für den ganzen Stress habe ich mir beim anschließenden Fest aber eine Grillwurst gratis verdient?!" Antwort (ziemlich entgeistert): "Wir essen keine Wurst!"